Château d'Orion - Die Geschichte des Hauses

Ursprünglicher Besitzer, bis zur französischen Revolution war im 17. Jahrhundert die Familie Casamayor. Anschließend kaufte Anfang des 19. Jahrhunderts die Familie von Jean-Ninon Larrouy die ehemalige Abbé Laique in Orion. Durch den Handel mit dem berühmten Bayonner Schinken erlangen sie Reichtum und Wohlstand.

Über die Erben Louis und anschließend Henriette Larrouy kam das Haus in den Besitz des berühmten französischen Chirurgen Paul Reclus. Er experimentierte mit Kokain als Lokalanästhetikum und entwickelte die "Pommade Reclus". Seine mithin ebenso berühmten Brüder waren u.a. Élisée Reclus, einer der bekanntesten Anarchisten Frankreichs und weltberühmter Geograph sowie Armand Reclus, der als Marineingenieur am Bau des Panamakanals mitwirkte. 

Jean Labbé, Enkel von Paul Reclus, heiratete in den fünfziger Jahren Marguerite Bérard, die Tochter eines ehemaligen Erziehungsministers, Léon Bérard. Sie bewohnt noch heute eines der Zimmer im Château. 2003 verkauft Madame Marguerite Labbé das Haus mitsamt Inventar und somit seiner ganzen Geschichte an die Familie Premauer.

Château d'Orion - das Abenteuer seiner Renovierung

Wie konnten wir ahnen, was auf uns zukommen würde, als wir im August 2003 den Kaufvertrag von Château d'Orion unterschrieben? Eine deutsche Familie, die bislang einen völlig anderen Lebensalltag hatte. Eine Journalistin, ein Ingenieur und zwei junge Studenten auf dem Weg in eine neue Zukunft. In der Tasche die Vision, eine Begegnungsstätte zu schaffen und dazu viel naiver Glaube, die Menschen, die vor dem Kauf eines alten Gebäudes warnen, könnten sich doch irren. Wie heißt der schöne Spruch: Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen, und wir lächelten und waren froh und es kam schlimmer! 

Durch Zufall waren wir hier im Béarn gelandet, sofort angezogen von diesem verwunschenen Haus, das in einen Dornröschenschlaf gefallen schien und, das uns schließlich von der "Châtelaine" Marguerite Labbé anvertraut wurde. Ein kulturelles Erbe zu retten, waren wir angetreten, um damit die regionale Entwicklung zu fördern und Menschen einzuladen, an Denkwochen teilzunehmen. Was dann geschah, hat unsere Familie in kaum erträgliche, schwindelige Situationen versetzt und gleichzeitig immer wieder fasziniert. Voller Staunen haben wir zunächst die Schätze und Kleinodien, die überall in Schränken und Schubladen oder auch sichtbar an Wänden hingen, in Umzugskisten gepackt. Wochenlang verstauten wir Papier, Bilder, Kleider, Fotos, um schließlich nackte Wände vor uns zu haben, damit die Renovierung beginnen konnte...

...oder besser gesagt, die Restaurierung. Das war die Herausforderung, denn wir wollten die Seele des Hauses erhalten, den Spuren folgen und mussten doch grundlegend in die Struktur eingreifen, um daraus das Gästehaus entstehen zu lassen, das neues Leben bringen sollte. Welch ein Unternehmen! 

Zwischen all den Baumaßnahmen, Abrissarbeiten, Enttäuschungen und Katastrophen immer wieder den Mut zum Durchhalten zu finden, das ging zeitweilig bis an die Grenze der Kräfte und stellte den Familienzusammenhalt auf die Probe. Wie oft haben wir uns die Haare gerauft, wenn das Haus unter Wasser stand, wenn die Handwerker uns verließen, weil ihnen das Gewerk zu groß wurde oder wieder mal eine neue böse Überraschung im Gemäuer gefunden wurde. Welch ein Moment, wenn plötzlich einer vom Gerüst das Schlimmste verkündet: ein Schwarm Termiten war aus der Mauer in Richtung Freiheit geschossen. Immer wieder haben wir uns gemeinsam auf das Ziel verständigt. Nun, nach gut 10 Jahren ist ein gutes Stück geschafft. Jeder Aufbruch hat seinen Preis, nur durch viel Hilfe, Unterstützung und Gelassenheit haben wir es bis hierher geschafft.

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